Geschlechterverhältnis und Gärten

Frauen sind nicht selten die tragenden Personen in Community Garten Projekten. Damit erfüllen sie eine wichtige Aufgabe als ein angenehm empfundener Aufenthaltsraum für Frauen innerhalb der Stadt. In Zusammenhang mit der basisdemokratischen Raumaneignung, gewinnt dies jedoch eine größere emanzipative Bedeutung.

Im Gegensatz zu der Raumaneignung innerhalb und durch Gärten findet die formelle und informelle Gestaltung von öffentlichem Raum gewöhnlich hegemonial statt, d.h. sie ist hierzulande durch die strukturellen Ungleichheiten des Geschlechterverhältnisses geprägt. Dies bedeutet leider immer noch eine Bevorzugung „männlicher“ Lebensmuster und Rollenverständnisse. Community Gardens bilden da eine Ausnahme als öffentlicher Frauenraum.

Zudem ist von einer individuellen Stärkung der sozialen Position der Frauen auszugehen, die sich in einem Gemeinschaftsprojekt betätigen und auf diesem Wege neue Fähigkeiten entwickeln und soziale Kontakte schließen
Besonders wichtig ist der Aspekt der Frauenförderung oder sagen wir besser: eine das Gleichgewicht der Geschlechter bestärkende Förderung besteht darin, dass die Projekte immer auch speziell Mädchen ansprechen und dort ein sozusagen halböffentlicher Raum entsteht, in dem sie Selbstbewusstsein und Verantwortung erlernen können, jenseits von Fußballfeldern, jenseits der Kernfamilien und vor allem jenseits gängiger Konsum- und Rollenmuster.